Spurensuche

Literaturrecherche im Internet
– eine Voraussetzung für die Heimatgeschichte

In Deutschland gab es Anfang 2007 knapp 55 Millionen Internetnutzer. Damit rangiert die Bundesrepublik weltweit auf dem 4. Platz. Statistisch gesehen haben von 1.000 Einwohnern 678 die Möglichkeit, das world wide web zu nutzen, in den USA dagegen 698, in Großbritannien 436.[1] Schon allein diese Zahlen zeigen, daß das Internet, jenes aus vielen Teilnetzen geknüpfte Netz der Netze, aus unserer Welt heute nicht mehr wegzudenken ist. Dies gilt aber nicht nur für die Wirtschaft, den privaten wie auch öffentlichen Dienstleistungssektor, sondern auch für den Bereich der schulischen und außerschulischen Aus- und Fortbildung sowie insbesondere für den Sektor der Geisteswissenschaften und damit auch für die Heimatforschung. Gerade für die historische Forschung bietet das Internet eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten angefangen von der Bibliotheksbenutzung bis hin zur Sammlungen digitaler Quellen.

Blick entlag eines Ganges in der Bayerischen Staatsbibliothek

Foto: Bayerische Staatsbibliothek

Hier soll im Folgenden nur der Aspekt der Literatursuche skizziert werden. Sie muß am Anfang jeglicher Forschung stehen, um durch das Studium von Literatur zum gewünschten Thema die Ausgangsbasis für eigene Aussagen und weitere Forschungen zu schaffen.

Bis vor nicht allzu langer Zeit war hierzu der Gang in eine Bibliothek mit nicht geringem zeitlichen und finanziellen Aufwand notwendig, da die nächste Staats- oder Universitätsbibliothek oft in erheblicher Entfernung liegt. Mit dem Internet läßt sich dieser Aufwand reduzieren. Jede Bibliothek verfügt heute über einen OPAC (online public access catalogue) mit dem die Buchbestände des eigenen Hauses online recherchiert werden können. Bei der Verknüpfung mehrerer Bibliotheken entstehen Bibliotheksverbünde auch in elektronischer Form, wie z. B. der Bayerische Bibliotheksverbund.[2] Er umfaßt den Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek in München, der Universitäts- und Fachhochschulbibliotheken, der Staatsbibliotheken in den Regionen und einiger kirchlicher und ministerieller Institutionen mit insgesamt 14 Millionen Titeldaten inkl. Ihrer Bestandsnachweise. Als Inhaber einer Benutzerkarte mit entsprechender Benutzernummer und einem Kennwort können die Benutzer innerhalb dieses Verbundes nicht nur recherchieren, sondern auch über Ortsausleihe oder sogar über Fernleihe aus anderen Bibliotheken die recherchierte Literatur bestellen.

In den Bibliothekskatalogen sind allerdings „nur“ Bücher und Bände von Zeitschriften und Reihen nachgewiesen. Sie sind über die Stichwort- und Schlagwortsuche zu ermitteln. Schwieriger gestaltet sich die Suche nach bestimmten Aufsätzen, die etwa in Jahresbänden von Zeitschriften der historischen Vereine oder in Festschriften erschienen, an der mehrere Autoren jeweils einen Aufsatz schrieben. Für die Literaturrecherche gerade im lokalgeschichtlichen Bereich ist damit das Instrument der Bibliographie, also ein Verzeichnis von Literaturnachweisen, oft die einzige Möglichkeit, Informationen zu finden. Hier dokumentiert die Bayerische Bibliographie [3] als Landesbibliographie möglichst vollständig die Literatur über Bayern mit Ausnahme der Belletristik. Über 300.000 Titel sind inzwischen in dieser Datenbank nachgewiesen, die ab 1988, teilweise auch schon früher beginnend, geführt wird. Da auch in anderen Ländern Bibliographien existieren, wurde die Möglichkeit zur Vernetzung der Bayerischen Bibliographie mit anderen zur Virtuellen Deutschen Landesbibliographie genutzt. [4]

Seite 2: Ein konkretes Beispiel anhand der Bayerischen Bibliographie

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