Medizinisch-topographische und ethnographische Beschreibung des Königl. Landgerichtsbezirkes Tegernsee, 15. Mai 1861

Seite 1 des Physikatsberichts im Faksimile
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...Geognosie

...Entwicklung von Futterkräutern und Gräsern, welche den Wohlstand der Bevölkerung gründen.

 

Bei dem Naphta-Vorkommen handelt es sich um Erdöl, das nördlich von Wiessee an die Erdoberfläche tritt; mit den „Brennsteinen“ ist offenbar stark ölhaltiges Schiefergestein gemeint, das sich bei Erhitzung entzündet - ähnlich wie die Ölschiefer im Bächental/Karwendel, aus dem das berühmte Tiroler Steinöl gebrannt wird.

Hydrographie

Mit Hydrographie (geographische Gewässerkunde) bezeichnet man die Lehre von den Erscheinungsformen, Eigenschaften, Vorkommen, Verbreitung und Haushalt des Wassers über, auf und unter der Erdoberfläche. Der Physikatsbericht beschreibt Weißach und Rottach als Wasser-„Haupttributäre“ des Tegernsee, die zudem durch ihre gewaltigen Geschiebemassen aus den Gebirgen die „Bildung von saftigen Wiesengründen mit einem Kranz von Dörfern und Weilern“ geschaffen haben. Rosner hebt ihre Wassergewalten, vor allem zu Zeiten der Schneeschmelze, hervor, weiß aber auch vom kleinen „Aalbach“ (Alpbach) zu berichten:

Wolkenbruchartige Gewitterregen schwellen ihn zu wildem Wasser an, das mit donnerähnlichem Geräusche Felsstücke wälzt und vor einigen Jahren aus seinen Ufern tretend und sich tosend, die Brücke, welche unmittelbar vor seinem Einfluss in den See über ihn führt in diesen mit sich fortriss.Zum nächsten BegleittextZum nächsten Begleittext