Relief des Pergamon-Altars

DOKUMENTATION

Aus dem Tal, ein Geschenk für die Welt

Pergamon Fantasy

Am Anfang war die Musik, im Haus des Künstlers Wilhelm Stross am Schmied-Kochel-Weg in Hagrain, Rottach-Egern.

Vor der Musik waren die Götter von Pergamon, in ihrem Tempel in Kleinasien.

Wie die Fäden zusammenliefen, von Pergamon über Moskau und Tahiti in das Tegernseer Tal, diese im Wortsinn vielschichtige Geschichte sollte man »dreidimensional« erzählen können: auf zwei Zeitschienen, die um einige Jahrtausende versetzt sind, und über eine Flugbahn für die Phantasie. Es geht um die Rekonstruktion eines UNESCO-Weltkulturerbes auf photokünstlerischem Weg.

Gesamtansicht des Pergamon-Altars

Der tempelartige Pergamonaltar im Pergamon-Museum Berlin stellt mit den am Sockel umlaufenden Hochreliefs eines der bedeutendsten Werke, wenn nicht den Höhepunkt der hellenistischen Kultur dar.

Professor Wilhelm Stross, Musikerzieher und »Virtuose der Geige«, hatte von 1958 an in seinem Haus in Hagrain Berufsmusiker und musizierende Laien zu »Musikalischen Ferienzeiten« zusammengerufen. Aus diesem Kreis gingen die »Rottacher Rathauskonzerte« hervor.

Das Wort »Altar« irritiert. Der Pergamonaltar wurde als gewaltige tempelartige Anlage erbaut – ein offenes Säulengeviert von 35 mal 34 Meter auf dem Burghügel von Pergamon, dem heutigen Bergama an der türkischen Westküste. Ein Hochrelief am Sockel zeigte den Kampf der olympischen Götter gegen die Giganten, die Kinder der Erdgöttin Gaia.

Wilhelm Stross stirbt 1966, nach einer Asien-Tournee. Seine Witwe Ruth führt sein Erbe fort, lernt dann Karl Brandi, ihren zweiten Mann kennen, der 1. Vorsitzender im »Förderverein für junge Musiker« wird. Uwe Kai, Sänger im Rottach-Egerner Gospelchor, wird 1989 Mitglied des Fördervereins; Ilse Zilcher, Mutter von Angelika Gebhard, übernimmt zehn Jahre später die künstlerische Leitung.

Der Pergamonaltar zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der hellenischen Kultur. Die Kultanlage, in der Apokalypse des Johannes »Sitz des Satans« genannt, wird in spätantiker Zeit zerstört. 1878 beginnt der deutsche Ingenieur Carl Humann mit offiziellen Ausgrabungen und bringt Fragmente der Altarfriese nach Berlin. Es ist der Beginn einer beispiellosen Odyssee.

Die Südsee ist die wahre Welt der Weltumsegler Angelika und Rollo Gebhard. Die Durchquerung von Atlantik und Pazifik sehen sie eher als »Anreise« zum Paradies — in der Gewissheit, dass die Globalisierung auch diese letzten Refugien, die Traditionen der Insulaner und die Tierwelt, gefährdet.

In Berlin setzen italienische Restauratoren die Platten der Friese aus Tausenden von Fragmenten wieder zusammen. Für die Friese und die Rekonstruktion des Pergamonaltars wird auf der Berliner Museumsinsel ein eigenes Museum errichtet, Fertigstellung im Jahre 1930.

Die Personen:

Regisseur Zufall,

er führt in diesem Spiel der Fügungen hin zur »Pergamon Fantasy«.

Eumenes II.,

König des Pergamenischen Reiches, errichtete im 2. Jahrhundert v. Chr. auf dem Burgberg der kleinasiatischen Stadt Pergamon einen monumentalen Altar, den Pergamonaltar.

Angelika Gebhard
Angelika Gebhard,

Weltumseglerin. Sie ist mit Rollo Gebhard verheiratet und lebt in Bad Wiessee-Holz. Angelika Gebhard ist Enkelin des Komponisten Hermann Zilcher (1881-1948), für den das Tal eine »Schöpfungsstätte« war, hier entstanden zwei seiner großen Symphonien.